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Machu Picchu: Ein Weltwunder
  
  
 

Die Festungsstadt Machu Picchu ist die wichtigste Sehenswürdigkeit in Cusco. Entdeckt wurde sie im Jahr 1911 von dem nordamerikanischen Forscher Hiram Bingham und gilt seither als eines der aussergewöhnlichsten landschaftlich architektonischen Objekte der ganzen Welt.

Machu Picchu liegt auf einem Granitfelsen. Die Inkas transportierten unter Anwendung einfallsreicher Techniken schwere Felsblöcke zu diesem Ort und bearbeiteten und polierten diese mit grosser Sorgfalt für den Bau.

KARTE:



Aus archäologischer Sicht kann man verschiedene Sektoren oder Zonen unterscheiden:


Der landwirtschaftliche ektor S

Hier findet man Terrassenanlagen verschiedener Art und Grösse, die vermutlich vor allem zwei Funktionen erfüllten. Man baute dort landwirtschaftliche Produkte an, aber die Terrassen sollten auch die vom Niederschlag hervorgerufene Errosion verhindern. Im landwirtschaftlichen Sektor befinden sich auch fünf Räume, sogenannte Collpas, die vermutlich als Speicher für landwirtschaftliche Produkte dienten.
Der Wachposten

hier handelt es sich um ein Gebäude mit drei Wänden und verschiedenen Fenstern nahe des Hauptzugangs. Von diesem Gebäude aus hat man einen Blick auf die landwirtschaftlich genutzten Sektoren, die Siedlungen und das Umland.

Der oberer Friedhof mit rituellem Felsen

Wie auch in anderen Städten der Inkas, wurden auch in Machu Picchu die Toten in den Stadtrandgebieten beerdigt. In diesem Sektor hat man Knochenreste entdeckt, im oberen Bereich auch gerundete Steine. Die Steine stammen von hier und man vermutet, dass es sich bei diesen Steine um Opfergaben handelte.
Der Stadtbereich

Dieser wurde vom landwirtschaftlichen Bereich durch einen Graben getrennt und man findet eine lange Treppe, die zum Haupteingang führt. In diesem Sektor liegt der Grossteil der Bauwerke einer typischen Inkastadt (Llaqta). Der Grundriss der Stadt entspricht der Form eines U. Im Norden liegt ein religiöses Zentrum mit Tempelanlagen, im Süden liegen Wohngebäude und Werkstätten auf Terrassen, die von Hiram Bingham als militärische Anlagen gedeutet wurden.

Der Sonnentempel "Templo del Sol":

Dieses halbrunde Bauwerk wurde auf einem massiven Granitfelsen mit einem Durchmesser von 10 ½ Metern errichtet. In dem Gebäude befinden sich zwei trapezförmige Fenster und an den Ecken Nischen. An der Nordseite gibt es ein sauber gearbeitetes Tor mit Bohrungen im Rahmen, das dem Tor im Tempel Qoricancha in Cusco stark ähnelt.

Der heilige Fels "Roca sagrada":

Dieser 3 Meter hohe und im Grundriss 7 Meter breite bearbeitet Fels ähnelt einem Katzenwesen. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet entdeckt man in der Form die Konturen der Berge um Machu Picchu wieder. Aufgrund der Eigenschaften dieser Felsgruppe und der zwei Gebäude mit drei Wänden (Huayranas) vermutet man, der Fels hatte eine rituelle Bedeutung.

Der Tempel mit drei Fenstern "Templo de las tres Ventanas"

Dieser liegt im Osten des Hauptplatzes und hat einen rechteckigen Grundriss. Seinen Namen verdankt das Bauwerk den drei herrlichen Fenstern und den zwei Maueröffnungen im Hauptgebäude. In diesem Bau und den Haupttempel der Stadt kommt die Baukunst von Machu Picchu zu ihrer höchsten Ausprägung. Typisch sind vor allem die riesigen, sauber gearbeiteten und fein polierten Felsblöcke, die sich millimetergenau aneinander fügen.

Der Haupttempel "Templo principal"

Dieser Tempel liegt nördlich vom heiligen Platz ganz in der Nähe vom Tempel „Tres Ventanas“. Der Bau entstand im Stil „Wayrana“, das heisst, mit rechteckigem Grundriss, aber nur drei 90 cm dicken Wänden mit einer Länge von 11 m und einer Breite von 8 m. Ein gemeiselter Fels bei der Hauptmauer diente als Altar.


Die Sonnenuhr "Intiwatana"

Diese besteht aus bearbeitetem Urgestein und diente zeremoniellen Zwecken. Auf Deutsch bedeutet „Inti“ Sonne und „Wata“ Jahr, folglich wurde hier der Verlauf der Jahreszeiten beobachtet und Sommer-, Wintersonnwende, Frühlings- und Herbstanfang bestimmt. Viele Forscher behaupten auch, dass die Intiwatanas der Markierung der Längengrade dienten und die Ecken den magnetischen Nordpol bestimmten. Fest steht, dass das Werk rituellen Zwecken diente und für die Ausübung der Religion von grosser Bedeutung war.

Die Plätze

Es gibt vier auf unterschiedlichen Ebenen angelegte Plätze, die alle im klassischen Stil der Inkas einen rechteckigen Grundriss aufweisen. Verbunden werden diese Plätze durch Treppen entlang der Terrassenanlagen. Der Hauptplatz ist der grösste der vier Plätze und diente religiösen und sozialen Zwecken.






Mausuleum und Grabstätte

Ein enorme schräger Felsblock ist das Fundament unter dem Sonnentempel. Unter dem Fels befindet sich eine sehr kunstvoll geschmückte Höhle, die als Mausuleum diente. Dort wurden auch die Mumien der wichtigsten Herrscher aufbewahrt und verehrt. Am Zugang findet man die Darstellung der Erdengöttin.

Die Tore

Die verschiedenen Tore unterscheiden sich in Texturen, Grösse und Baustil, haben aber die Trapezform gemein.






WAYNA PICCHU
 


Die Anlage wird überragt von dem ewigen Wächter Wayna Picchu (Quetschuasprache: auf Deutsch “der junge Felsen”), der auf einzigartige Art und Weise die Stadt der Inkas beherrscht. Ein Aufstieg auf diesen Gipfel ist ein unvergessliches Erlebnis. Beim Ausstieg und auf dem Gipfel kommt man an heiligen Orten und bewundernswerten Terrassenanlagen am Rande des Abgrunds vorbei. Der gut erhaltene beschilderte Weg beginnt am Hauptplatz der Stadt Machu Picchu und führt über einen der alten Inkapfade. Der Blick auf Machu Picchu in voller Pracht, auf die Schlucht des Flusses Vilcanota und auf die umliegenden Berge ist einmalig. Die Wanderung dauert etwa zwei bis drei Stunden.


 

 
WIÑAYWAYNA
 


Wiñaywayna (Quetschuasprache: auf Deutsch “für immer jung”) ist vielleicht die schönste Bauanlage, die man bei der Wanderung auf dem Inkapfad kennenlernen kann. Man erreicht die Anlage am dritten Tag der Wanderung. Der Ort liegt auf einer Höhe von 2.700 Metern über dem Meeresspiegel und umfasst einen kleinen Ortskern mit zehn rituellen Brunnen und einen Turm aus bearbeiteten Steinen. Bemerkenswert sind auch die Treppen, über die man die verschiedenen Ebenen der Anlage und den landwirtschaftlichen Sektor mit den beeindruckenden Terrassenanlagen über einem Abgrund zur Schlucht des Flusses Vilcanota erreichen kann. Man muss nicht unbedingt eine vier- oder achttägige Wanderung auf dem Inkapfad machen, um Wiñaywayna zu erreichen. Von Macchu Pichu Pueblo aus erreicht man den Ort entlang der Bahnlinie nach einem Aufstieg ab Kilometer 104. Diese Wanderung dauert etwa 3 ½ Stunden.


DER INKAPFAD
 


Dieser Pfad ist Teil eines Wegenetzes der Inkas, mit dem die wichtigsten Verwaltungszentren und religiösen Orte im gesamten Inkareich „Tahuantinsuyo“ verbunden waren. Einer dieser Verbindungswege führte von Cusco nach Machu Picchu. Die achttägige Wanderungerfordert eine gute Kondition und führt über die Hänge des schneebedeckten Berges Salkantay. Andererseits gibt es eine eintägige Route, die nicht sehr anstrengend ist und die Möglichkeit eines Besuchs derarchäologischen Ausgrabungsstätten Wiñaywayna ermöglicht.

 

Die beliebteste Route jedoch dauert vier Tage und führt durch herrliche Landschaften inunterschiedlichen Höhenlagen und Ökosystemen, vorbei an archäologischen Ausgrabungsstätten. Dank dieser Besonderheiten gilt dieser Wanderweg als einer der schönsten der Welt. Die Wanderung führt über Pässe mit einer Höhe von etwa 4000 Metern über dem Meeresspiegel, wie zum Beispiel Warmiwañusqa (4200) oder Runkuraqay (3860) hinunter bis in die Regionen nahe destropischen Regenwaldes auf etwa 2000 Metern über dem Meeresspiegel (genannt Ceja de Selva). Der Weg führt über lange in den Fels gehauene Treppengänge und durch bis zu 20 Meter lange Tunnel. Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ort Piskacucho, am Kilometer 82 der Bahnstrecke Cusco – Machu Picchu Pueblo.

WEGBESCHREIGUNG

1. Tag :

Piskacucho – Llulluchapampa, 7 Stunden.

2. Tag :

Llulluchapampa – Runkurakay, 7 Stunden.

3. Tag :

Runkurakay – Phuyupatamarca, 7 Stunden.



 
INTIPUNKU
 


Dieses Wort aus der Quetschuasprache bedeutet auf Deutsch “Sonnentor” und ist der Zugang zu Machu Picchu vom Inkapfad aus. Man sollte dort vor dem Sonnenaufgang ankommen, um das emotional bewegende und unvergessliche Schauspiel nicht zu versäumen, wenn sich die Nebel über der Stadt Machu Picchu verziehen und die Sonne aufgeht. Von Intipunku aus hat man einen herrlichen Blick auf ganz Machu Picchu und den heiligen Berg Wayna Picchu. Intipunku selbst umfasst steinerne Bauwerke und Treppenanlagen. Man vermutet, es diente als eine Art Kontrollposten für Personen, die von Machu Picchu kamen oder dorthin gingen.

 
TEMPLO DE LA LUNA


Vom Hauptplatz in Machu Picchu aus erreicht man nach einer dreistündigen Wanderung den faszinierenden Mondtempel „Templo de la Luna“. Dort findet man Darstellungen der religiösen Konzepte und der drei Niveaus der andinen Welt: Hanan Pacha (die Welt über der Erde), Kay Pacha (die Welt der Erde) und Ukju Pacha (die Welt im Inneren der Erde) werden jeweils repäsentiert von Kondor, Puma und Schlange.

VERHALTENSREGELN FÜR DEN BESUCHER


Wir bitte um Ihre Hilfe bei der Erhaltung dieser Anlage mit wertvollen archäologischen Elementen, die als Weltkultur- und Weltnaturerbe anerkannt sind:
- Bitte führen Sie Getränke in Trinkflaschen mit sich.
- Bitte bringen und verzehren Sie keine Lebensmittel innerhalb der Anlagen.
- Bitte vermeiden Sie die Bildung von Gruppen über 20 Personen.
- Bitte klettern Sie nicht auf die Mauern in der Anlage.
- Offenes Feuer ist verboten.
- Verwenden Sie die vorhandenen Abfallbehälter.
- Vermeiden Sie die Störung der hiesigen Flora und Fauna.
- Vermeiden Sie die Verschmutzung des Wassers.
- Bewegen Sie sich ausschliesslich auf den vorgegebenen Wegen.


Auf dem Inkapfad ist es ausdrücklich verboten:
- Abfall wegzuwerfen.
- Lagerfeuer zu entzünden oder mit Holzfeuern zu kochen.
- In den archäologischen Stätten zu übernachten.
- Pflanzen, Blumen, Insekten oder anderer Tiere zu sammeln oder einzufangen.

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